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Beruf Erfahrungen aus der Industrie und Finanzmathematik
wladimir_1989
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2021-01-25


Hallo an alle,

Ich schließe diesen Frühling meine Promotion in theoretischer Physik ab. und überlege, die Uni anschließend zu verlassen. Als mögliche Ziele sehe einerseits die klassische Industrie (z.B. Airbus oder BASF) oder Finanzbranche. Da ich gerade mit Letzterem bis jetzt abgesehen von Erzählungen gar keine Erfahrungen habe, würde ich mich sehr über Kommentare freuen, aber natürlich auch zur Industrie.
 Falls es relevant ist, beschäftige ich mich in meiner Promotion mit störungstheoretischen Berechnungen im Bereich Hadronen-Collider Physik (konkret berechne ich vor allem Zwei-Schleifen Feynman Integrale). Auch im Studium lag mein Schwerpunkt auf Teilchenphysik. Daneben habe ich recht viele Mathematik-Vorlesungen besuch, leider nichts im Bereich Finanzmathematik, das war vor allem Algebra. Vorab schon mal vielen Dank für eure Antwarten.

lg Wladimir






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phiregen
Aktiv Letzter Besuch: im letzten Monat
Dabei seit: 18.08.2010
Mitteilungen: 557
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, eingetragen 2021-02-28


Hallo,

ich habe zwar Mathe studiert und sehr gut abgeschlossen, aber bin auf Algebra und Zahlentheorie spezialisiert und deshalb auch eher "theoretisch" unterwegs.

Die Realität sah vor fünf Jahren, als ich angefangen habe zu arbeiten, so "Mittelgut" aus:

In nahezu allen Stellenausschreibungen (die auch ganz gut bezahlt sind) werden irgendwelche speziellen Skills/Software etc. gefordert, die in der Regel kein Uni-Absolvent hat. O-Ton:"Wir suchen nur Berufseinsteiger mit Berufserfahrung." Aha.

Ich bin letztlich in der Rückversicherungsbranche gelandet. Da dies so speziell ist, dass es fast nirgendwo Vorlesungen dazu gibt (In Köln - ja), ist es da üblich das Einsteiger ohne Kenntnisse der Branche genommen werden. Finanzmathematik spielt dort, mit Ausnahme der Kapitalanlage, keine Rolle.

In jedem Falle hilft es wenn du programmieren kannst und wenn du Excel kannst. Das ist fast das Wichtigste. Jeder hat mich danach gefragt und jeder nutzt es. Fürs Programmieren wäre R oder Python besonders wichtig und natürlich wenn du dich VBA und SQL und Datenbanken auskennst.

Ob du irgendwelche Integrale gelöst hast, wird fast niemanden interessieren. Die Leute in meinen Gesprächen waren mir durch die Bank weg mathematisch stark bis stark unterlegen. Aber das war egal, denn das Level an Hardcore-Mathe aus der Uni wird quasi nirgendwo gebraucht. Ich hab im aller ersten Gespräch als ich meine Masterarbeit vorgestellt habe dies noch "richtig" gemacht. Die haben 0 verstanden und mich mit dem Hinweis abgelehnt, ich solle lieber in die Forschung gehen. Danach habe ich nur noch gelogen und irgendwas erklärt, was man verstehen kann und was mich nicht wie einen Super-Extrem-Nerd dastehen lässt.

Deshalb meine ich, wenn du ankommst "Joooa ich hab hier die Feynman-Integrale berechnet", da werden die meisten Personaler nur dumm aus der Wäsche gucken :P

Wichtig ist es daher, wie gesagt, bisschen zu Programmieren, SQL und Excel zu können und sich sonst auf jede Stelle individuell vorzubereiten.

Du solltest dich auch selbst gut kennen.

Bist du ein kommunikativer Typ oder hast du den Tunnelblick und willst lieber alleine sein?

Willst du dauernd was Neues, oder willst du keine Veränderung mehr  bis zur Rente?

Kannst du anderen etwas gut erklären, auch falsch und vereinfacht, oder bist du ein ganz genauer Paragraphenreiter der vom 100ten ins 1000te kommt und drauf pfeifft ob andere dich verstehen?

Gesucht ist bei meisten "hohen" Jobs ein kommunikativer Teamplayer, der gut erklären kann. Aber: Ein Typ der viele Veränderungen will, ist nicht überall gesucht. Versuche das aus der Stellenbeschreibung herauszulesen und gleiche es mit dir selbst ab.

Du könntest dich mit deinem Background vielleicht im Risikokontrolling einer Versicherung oder Bank bewerben. Da ist analytisches Denken etc. gefragt.

Ansonsten gäbe es noch Unternehmensberatungen. Muss man aber wissen ob man da arbeiten will.









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