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Re: Ist das Mathe-Abi wirklich so "schwer"?
Moin zusammen, zumindest, seitdem ich nun seit etwas über fünf Jahren verstärkt in der (Mathe-)Lehramtsausbildung tätig bin, verfolge ich die wiederkehrenden Debatten um zu schwierige (Mathe)-Abschlussprüfungen auch aus einem etwas anderen Blickwinkel. Dass von Mathematik im Schulunterricht oft ein verzerrtes Bild des bloßen Abarbeiten von Algorithmen vermittelt wird, würde ich leider bestätigen. Einerseits ist die "althergebrachte" Methode des Übens durch "Türmchen-Aufgaben" (die also immer wieder das gleiche Vorgehen mit leicht anderem Zahlenmaterial verlangen) noch immer nicht tot zu kriegen, obwohl sie keinerlei Kreativität fordert und nach meinem Empfinden auch die falschen Dinge verinnerlichen lässt; andererseits ist sie aber auch in Vorbereitung und Umsetzung deutlich einfacher als z.B. die Aufgabenstellungen zu variieren, etwa, in dem man z.B. auch Umkehraufgaben stellt oder ganz andere Wege einschlägt und thematisiert. Und dann ist von den unterschiedlichen Anforderungsniveaus, auf die man die Aufgaben anpassen kann, noch gar nicht die Rede gewesen. (Einer der Punkte, die wir unseren angehenden, zukünftigen Lehrkräften mitgeben.) Eine zweite Sache, die dazu beiträgt, ist die Prüfungsorientierung: Fast alle erhobenen Maßzahlen, die die Qualität des Schulunterrichts messen sollen, entstehen durch Tests. Und da alle Beteiligten (vom Bildungsministerium über die Schulbehörden, die Schulleitungen, die Lehrkräfte und Eltern bis zu den Schülerinnen und Schülern selbst) hier möglichst gut abschneiden wollen, kommt es zum Phönomen des "Trainings for the Test", sodass nur noch wichtig wird, was in der jeweiligen Prüfung dran kommt und nicht mehr das Verständnis der Materie selbst im Vordergrund steht. (Hier konnte man durch das dezentrale Stellen von Abituraufgaben früher natürlich dem Entgegenwirken, weil halt dann prüfungsrelevant war, was man unterrichtet hat. Andererseits kann ich aber auch sehr gut die Argumente für ein vergleichbares Zentralabitur nachvollziehen; man muss nur auch mit den oben genannten Folgen dann umgehen.) Es ist schlicht einfacher und -- im Sinne, wie die Messung erfolgt -- erfolgsversprechender, wenn man die wenigen benötigten Algorithmen bis zum Umfallen paukt; auch wenn dadurch das Wesen der Mathematik verloren geht. Tatsächlich glaube ich auch, dass gerade wegen dieser Form des Unterrichtens viele Schülerinnen und Schüler beim Übergang von Grundschule zu den weiterführenden Schulen ihre bis dahin oft noch vorhandene positive Beziehung zum Fach Mathematik verlieren. Spätestens in der Pubertät kippt es dann für viele. Hier müsste man m.E. ansetzen. Und da extrinsische Motivationen ("prüfungsrelevant") sowieso schlechter funktionieren als intrinsische, sollte das Ziel des [Mathe-]Unterrichts gerade in dieser Zeit sein, Faszination zu wecken: Ist es nicht toll, Gesetzmäßigkeiten zu entdecken, zu verstehen, wie Dinge funktionieren? Wie stolz war ich auf mich, als in Klasse 6 entdeckt hatte, wie man von einer Quadratzahl zur nächsten kommt, indem man jeweils die nächste ungerade Zahl hinzuaddiert. :) (Ok, es war etwas ernüchternd, als wir dann später die binomischen Formeln behandelt hatten und ich sah, wie sich meine "Entdeckung" als einfacher Spezialfall ergab; aber hey. ;-) ) Auch im Sinne der im Artikel genannten Aufgaben und Ziele des Mathe-Unterrichts ist m.E. das nun konkret gewählte Curriculum sekundär. wichtiger wäre mir eher, dass es ein die Kreativität der Schülerinnen und Schüler fördernder Unterricht wird; und dass die Prüfungen auch deutlich stärker die mathematischen Kompetenzen erfassen würden, welche sich bei Weitem nicht im Abarbeiten von Tastendruck-Folgen auf Taschenrechnern verschiedenster Bauart oder auch nur von Algorithmen per Hand erschöpfen... Zurück dazu, wie Schülerinnen und Schüler mit der akutellen Situation sinnvoll umgehen können: Es hilft nichts; ohne Üben kein Meister.
 
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